Dortmund realisiert Deutschlands größtes Straßenbeleuchtungsprojekt. Mit gut 25.000 Lichtpunkten, die bis 2023 auf LED umgerüstet und an ein funkgesteuertes Lichtmanagementsystem angeschlossen werden, macht die Ruhrmetropole einen weiteren Schritt hin zur Smart City. Alle Projektbeteiligten ziehen bereits heute eine positive Zwischenbilanz. Alle, das sind die Stadt Dortmund als Bauherr, das aus DEW21 und SPIE SAG bestehende Konsortium StraBelDo, zuständig für die Erneuerung, den Betrieb und die Instandhaltung sowie TRILUX als Technologiepartner für die LEDStraßenleuchten und TVILIGHT für das Lichtmanagement.

Besonders flexibel

Das Trio stellt sich großen Aufgaben: Jeder der 25.000 Lichtpunkte in Dortmund ist zukünftig einzeln ansteuerbar und schaltbar. Über ein Monitoring wird laufend der technische Zustand der einzelnen Systeme überwacht. Alle Leuchten verfügen dann über eine Leistungsreduzierung in den weniger frequentierten Nachtstunden. Auch mitlaufendes Licht gibt es zukünftig in einigen Bereichen Dortmunds.

„Alles in allem wird das Licht in Dortmund ereignis- und eventbezogen steuerbar sein. Das sorgt für eine nie dagewesene Flexibilität“, berichtet Projektleiter Jan Wiesemann vom Beleuchtungsspezialisten TRILUX. Meinolf Plug, Fachkoordinator für Straßenbeleuchtung im Dortmunder Tiefbauamt, nennt dazu auch konkrete Beispiele: „Mit diesem System versetzen wir die Polizei schon bald auf Veranstaltungen in die Lage, die Beleuchtung bei Bedarf herauf oder herunter zu fahren. Außerdem lassen sich mit einer intelligenten Beleuchtungssteuerung Angsträume verkleinern – siehe mitlaufendes Licht – und das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung stärken.“

Smartes Licht

Die Leistungsfähigkeit der gesamten Anlage zeigt sich aber auch in anderen Bereichen. So wurde das gesamte Kataster der Straßenbeleuchtung in Dortmund mit dem Lichtmanagementsystem (LMS) von TVILIGHT verknüpft. Zusammen mit dem Monitoring schafft das eine noch nie dagewesene Transparenz für den Betreiber der Anlage. So sieht smartes Licht in der Zukunft aus!

Bislang wurden mehr als 7.000 Lichtpunkte umgerüstet. In den Stadtbezirken Aplerbeck, Mengede, Brechten, Huckarde und Innenstadt-West ist die intelligente Beleuchtung bereits im Betrieb. Im Stadtteil Brackel laufen die Arbeiten nach Plan. Alle Anlagen arbeiten störungsfrei und verfügen über die gewünschten LMS-Features.

Dazu gehören der Lampenstatus (an/aus), der Zustand der Funkverbindung, die Systemanbindung an die Lichtpunktdatenbank, die Fehleranalyse, das Monitoring der Verbrauchsdaten und Störungsmeldung (24/7). Außerdem können jederzeit individuelle Lichtprofile überwacht und online aufgespielt werden. Ebenso wichtig: der Erhalt von Entwicklungsperspektiven. Die Experten von TVILIGHT haben deshalb das System ganz auf „Zukunft getrimmt“, um weitere Software-Features entwickeln zu können.

Doch bereits der Status quo sorgt für Zufriedenheit. Sämtliche Anforderungen an dieses große, ambitionierte und vor allem hochkomplexe Sanierungsvorhaben, da ist man sich einig, wurden umgesetzt. „Die partnerschaftliche und lösungsorientierte Zusammenarbeit war dabei einer der Erfolgsfaktoren“, zeigt sich David Obenaus von der DEW21, Konsortialpartner bei StraBelDo, überzeugt. Ein Urteil, dem sich Stadt, TVILIGHT und TRILUX uneingeschränkt anschließen. „Wir werden die mit der Sanierungsmaßnahme verbundenen Ziele erreichen“, ergänzt Meinolf Pflug.

Kommunen sind interessiert

Jan Wiesemann von TRILUX verweist darauf, dass „mit der Realisierung dieses einmaligen Projektes Neuland betreten“ wurde. „Überall warteten technische Herausforderungen auf uns.“ Das lag nicht zuletzt an dem elektrischen Leitungsnetz und den Schaltstellen, welche sich nicht in städtischem Besitz befinden und so langfristig nicht mehr zur Steuerung der Straßenbeleuchtung zu nutzen sind. Als Alternative boten sich Funklösungen an.

„Ich kann das Beleuchtungskonzept, auf dem die Dortmunder Anlagen beruhen, auch anderen Städten nur empfehlen“, sagt David Obenaus von der DEW21. Nachdem die technischen Herausforderungen zu Beginn dieses einmaligen Projekts gemeinsam bewältigt wurden, stehe er voll hinter diesem Projekt. Erste Großstädte, auch aus dem benachbarten Ausland, hätten bereits Kontakt zu ihm aufgenommen. Ähnliches weiß Meinolf Pflug von der Stadt Dortmund zu berichten: „Das Interesse meiner Kollegen bei Kommunen anderer Städte an dem Projekt ist sehr groß.“

TRILUX stellt mit diesem Projekt unter Beweis, dass es sowohl das Know-how als auch die Kapazitäten hat, um solch ein gigantisches Projekt erfolgreich abzuwickeln“, unterstreicht Stefan Metzner, Leiter Vertrieb Außenleuchten. Wichtig sei ihm an dieser Stelle auch der Hinweis, dass sämtliche Leuchten für Dortmund ausschließlich am Stammsitz in Arnsberg gefertigt werden. Er ist sich zudem sicher, dass das Projekt in Dortmund den Lichtmanagementsystemen auf breiter Front zum endgültigen Durchbruch in der Straßenbeleuchtung verhelfen wird. „In Dortmund zeigt sich, wie vorteilhaft ein LMS ist. Das wird auch andere Kommunen überzeugen, und die Technik wird zum Standard werden.“

Dortmunds Wünsche, Dortmunds Ziele

Mit dem Großprojekt, bei dem 25.000 Lichtpunkte saniert werden, verbindet Dortmund eine Reihe von Zielen. Hier einige Beispiele:

Leuchten und Masten, die 30 beziehungsweise 50 Jahre alt sind: Mit dem Projekt will Dortmund den Investitionsstau bei der Straßenbeleuchtung verringern. Als Kommune will man so seiner Verkehrssicherungspflicht nachkommen. Erwartet wird zudem eine deutliche Reduzierung der Kosten und des CO2-Ausstoßes durch die gesteigerte Effizienz der neuen Anlagen. Moderne LED-Leuchten und Lichtmanagementsysteme leisten hier einen entscheidenden Beitrag. Weitere Vorteile der Umrüstung: geringere Wartungen, weniger Ausfälle.

Ein erklärter Wunsch des Rates der Stadt Dortmund war außerdem, dass vermehrt Innovationen zum Einsatz kommen. Sie lösen beispielsweise veraltete Technik wie die Beleuchtungssteuerung über das Rundsteuersignal ab. Und last but not least: Die Straßenbeleuchtung soll in das erfolgreiche Smart-City-Projekt mit eingebunden werden. Diese genießt in der Stadt einen besonderen Stellenwert.

Dieser Zielsetzung vorausgegangen war eine intensive Planungs- und Ausschreibungsphase. Es begann mit einen Markterkundungsverfahren. Verschiedene große Leuchtenhersteller wie TRILUX wurden gebeten, über neue Lichttechnologien zu informieren und auch visionäre Ausblicke zu geben. Die Hersteller von Lichtmanagementsystemen (LMS) und die großen Montagebetriebe Deutschlands bekamen ebenfalls Gelegenheit, ihr Know-how vor einem interdisziplinären Expertengremium zu präsentieren. „Dieses Markterkundungsverfahren bildete das Fundament für das Leistungsverzeichnis der neuen Beleuchtungsanlagen in Dortmund“, erläutert Meinolf Pflug, Fachkoordinator für Straßenbeleuchtung in Dortmund.

Leitfaden nachhaltiger und ökologischer Aussenbeleuchtung

Kostenloses Whitepaper

In diesem Whiteper bekommen Sie einen ganzheitlichen Überblick, über den Nachhaltigkeitsaspket im Bereich der Außenleuchte.

Erfahren Sie,

  • warum LED Leuchten eine gute Wahl sind,
  • wie nachhaltige Beleuchtungsanlagen entstehen oder
  • welchen Stellenwert Lichtmanagement in der Aussenbeleuchtung hat. 

Jetzt kostenlos anfordern!

Kurz & knapp

Projekt
Sanierung Straßenbeleuchtung

Bauherr
Stadt Dortmund

Betreiber
Konsortium StraBelDo (DEW21 und SPIE SAG)

Technologie-Partner
TRILUX (LED-Straßenleuchten)
TVILIGHT (Lichtmanagement)

TRILUX-Baureihen
ViaCon 80 LED
ViaCon 110 LED
Pilzleuchte 9851