Große Ruhrländische Gartenbauausstellung, Deutschland

Eine abwechslungsreiche Flora mit großzügigen Rasenflächen und farbenfrohen Dahlienbeeten sowie zahlreiche Konzerte, beeindruckende Ausstellungen und abenteuerliche Spielplätze locken jährlich Millionen Besucher in den beliebten Volkspark in Essen.

Die „Große Ruhrländische Gartenbauausstellung“ – kurz Gruga – bietet Einheimischen und Touristen mitten im dicht besiedelten Ballungsraum einen weitläufigen Naherholungsort. Nach dem Entwurf des Landschaftsarchitekten Johannes Gabriel entstand 1929 zwischen dem Essener Messegelände und dem Botanischen Garten die 13 Hektar umfassende „Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung“ (Gruga).

Fast zwei Millionen Menschen - auch aus dem nahen Ausland - besuchten damals von Ende Juni bis Mitte Oktober die eindrucksvolle Schau im Ruhrgebiet. Die Begeisterung hatte zur Folge, dass der sogenannte Grugapark mit dem Botanischen Garten zusammengelegt und bereits Ostern 1930 wieder eröffnet wurde – die Industriestadt hatte damit einen ganzjährig zugänglichen Volkspark erhalten.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die beliebte Grünanlage im Rahmen der „Zweiten Reichsausstellung des deutschen Gartenbaus“  auf  47 Hektar erweitert. Hinzu kamen der Keramikhof und der Große Blumenhof sowie verschiedene Attraktionen wie die dampfbetriebene Liliputbahn und ein kleiner Zoo für Kinder. Die nationalsozialistische Propaganda war jedoch auch im malerischen Park spürbar: Rote Hakenkreuz-Flaggen wehten über farbenfrohen Dahlienbeeten und hetzerische

Aufschriften zierten die bequemen Sitzbänke. Während des Zweiten Weltkriegs verwüsteten zahlreiche Bomben das ehemalige Blumenmeer und hinterließen eine trostlose Trümmerlandschaft.

Bis 1948 diente die Brache den nahe gelegenen städtischen Krankenanstalten dem Anbau von Kartoffeln und Gemüse. Ein Jahr später war zumindest ein Teil des Areals für die Öffentlichkeit wieder zugänglich. Obwohl den Besuchern zu diesem Zeitpunkt nur wenig geboten werden konnte, lockte der Naherholungsort trotzdem Millionen von Menschen an.

In den folgenden Jahren entstand ein Volkspark, der Natur und Gartengestaltung neu interpretierte: Die strenge Geometrie wich geschwungenen Rasenflächen und großzügigen Blickbezügen. Heute bieten Sport- und Spielplätze, Tropenhäuser und Gärten sowie Kultur und Kunst Erholungssuchenden ein abwechslungsreiches Ausgleichs- und Freizeitangebot auf 65 Hektar Fläche.

Zudem können sich die Besucher in den Mustergärten der Parkanlage, in denen RWE Deutschland eine permanente LED-Leuchtenausstellung installiert hat, die neuesten Designs anschauen und sich über zukunftsorientierte Lichttechnik informieren.