Beispiel für die Bestimmung des Wartungsfaktors aufgrund von Referenzwerten von Leuchtstofflampen, Leuchten und Raum

Die Bestimmung des Wartungsfaktors MF und des Neuwertes der Beleuchtungsstärke Ēi (Index "i" vom englischen "initial") wird unter Berücksichtigung der beabsichtigten Nutzung des Raumes und seiner festzulegenden Rahmenbedingungen durchgeführt:

Raum:

Sehr sauberes Nichtraucherbüro

Größe:

Mittelgroß

Leuchtmittelart:

Dreibanden-Leuchtstofflampen T8

Betriebsgerät:

EVG

Leuchtenart:

Nach oben abgedeckte, überwiegend direkt strahlende Spiegelrasterleuchten

Wartungswert der Beleuchtungsstärke Ēm im Bereich der Sehaufgabe:

500 lx

Betriebsdauer:

2.000 h/a

Wartungsintervall:

3 Jahre

Die Teilwartungsfaktoren ergeben sich zu:

Lampenwartungsfaktor LaMF = 0,93

 

Begründung: Für stabförmige Dreibanden- Leuchtstofflampen mit verbessertem Lichtstromverhalten an elektronischen Vorschaltgeräten, 6.000 Std. Betriebsdauer innerhalb von drei Jahren (Wartungsintervall), ausgefallene Lampen werden umgehend ersetzt, daher ist nur die Lichtstromabnahme der Lampen (Abb., mittlere Kurve) anzusetzen.

Leuchtenwartungsfaktor LMF = 0,89

Begründung: Siehe Tabelle (Leuchtengruppe 3) für sehr sauberes Nichtraucherbüro, oben abgedeckte, überwiegend direkt strahlende Spiegelrasterleuchten mit glatter, porenfreier Reinstaluminium-Oberfläche.

Raumwartungsfaktor RMF = 0,97

Begründung: Siehe Tabelle (d) für das mittelgroße, sehr saubere Nichtraucherbüro mit häufiger, intensiver Reinigung des Raumes, für direkt strahlende Leuchten.

Wartungsfaktor

MF = LaMF · LMF · RMF

MF = 0,93 · 0,89 · 0,97 = 0,80

mit den Teilwirkungsgraden am Ende der Nutzungszeit (η..,eol) zu ihren Neuwerten (η...,i). Bei dreijähriger Wartung der Anlage kann den Planungen ein Wartungsfaktor von 0,8 zugrunde gelegt werden.

Bei dreijähriger Wartung der Anlage kann den Planungen ein Wartungsfaktor von 0,8 zugrunde gelegt werden.

Daraus ergibt sich der zu installierende Neuwert der Beleuchtungsstärke zu:

Ei = 500 lx/0,8 = 625 lx (Pos. 1 in Abb.).

Der zeitliche Verlauf der Beleuchtungsstärke ergibt sich wie folgt:

Nach 3 Jahren, dem Zeitpunktm1 der ersten Wartung, ist die Beleuchtungsstärke auf den Wert von 500 lx gesunken (Pos. 2 in Abb.). Die Leuchten werden gereinigt, der Leuchtenwirkungsgrad steigt wieder auf seinen Anfangswert, der Raumwirkungsgrad bleibt unverändert.

Die Beleuchtungsstärke nach der Reinigung der Leuchten beträgt

und steigt auf den Wert

(Pos. 3 in Abb.)

Nach weiteren 3 Jahren (insgesamt nach 6 Jahren,m2) ändert sich die Beleuchtungsstärke wie folgt: Weil die Lampen nach 3 Jahren (mit je 6.000 Std. Betriebsdauer) nicht ausgewechselt wurden, ändert sich ihr relativer Wirkungsgrad aufgrund von 12.000 Std. Betriebsdauer von 0,93 auf 0,91 (ein sicherer Wert, weil die inzwischen ausgefallenen 5 % der Lampen sofort ersetzt und daher deutlich weniger als 12.000 Std. betrieben wurden). Die Leuchten haben vor der Reinigung einen um den Faktor 0,89 reduzierten Wirkungsgrad auf Grund 3-jähriger Verschmutzung (siehe Tabelle). Der relative Raumwirkungsgrad ist nahezu konstant und geht von 0,97 auf 0,96 zurück (siehe Tabelle).

Nach 6 Jahren beträgt die Beleuchtungsstärke

(Pos. 4 in Abb.)

Zum Zeitpunkt der Planung ist anzunehmen, dass nach sechsjähriger Betriebszeit der Wartungswert der Beleuchtungsstärke von 500 lx knapp unterschritten wird. Unter der Voraussetzung, dass

  • der Neuwert der Anlage tatsächlich 625 lx beträgt

  • Lampen und Leuchten nach 3 Jahren gewissenhaft gereinigt werden

  • die Lampen bei Ausfall umgehend ersetzt werden

  • der Raum häufig und intensiv gereinigt wird und

  • die Anlage nach 6 Jahren auf den Neuzustand gebracht wird

kann der Wartungsfaktor von 0,8 in der Planung verwendet werden.

Können diese Voraussetzungen nicht sichergestellt werden oder verschlechtern sich die Reflexionsgrade von Decke, Wände und Boden im 2. Wartungsintervall kontinuierlich weiter, ist entweder der standardisierte Wartungsfaktor MF = 0,67 oder ein Wartungsfaktor aufgrund anderer Referenzwerte von Lampen, Leuchten und Raum für die Planung zu ermitteln.