Tageslicht

Die mittlere horizontale Beleuchtungsstärke Eh des Tageslichtes schwankt in weiten Bereichen. Bei bedecktem Himmel um 12:00 Uhr – je nach Jahreszeit, geographischer Ortslage und Wolken- bzw. Dunstanteil – beträgt die Beleuchtungsstärke zwischen 6.000 lx und 20.000 lx (siehe Abbildung). Bei Sonnenschein und klarem Himmel sind es sogar über 100.000 lx. Bei Mondschein messen wir etwa 0,1 lx. Diese Dynamik des Lichtangebotes wird als normal und natürlich empfunden und vermittelt dem Menschen Wohlempfinden.

In Arbeitsstätten und Aufenthaltsräumen dagegen sind Beleuchtungsstärken installiert, die zur Bewältigung der Sehaufgaben notwendig sind und in der Regel nicht höher als 500 lx liegen – ohne wesentliche Dynamik im Beleuchtungsniveau, bei Bedarf rund um die Uhr. Die Lichtfarbe des Tageslichts schwankt ebenfalls in weiten Grenzen. Am frühen Morgen wird das Tageslicht mehr durch die „warmen“, d.h. langwelligen Teile des Spektrums der aufgehenden Sonne bestimmt. Wir sprechen vom Morgenrot. Bald danach wird das Tageslicht bis zur Mittagszeit mehr und mehr durch blaue, kältere Farbtöne beeinflusst, die bei blauem Himmel besonders stark ausgeprägt sind. Am Abend sind es wieder die warmen langwelligen Strahlungsanteile der untergehenden Sonne, die das Abendrot ausmachen.

Die Ursache von Morgen- und Abendrot ist die stärkere Brechung der blauen Strahlungsanteile und deren Wegreflexion in den Weltenraum auf dem verlängerten Lichtweg von der Sonne zur Erde. Die aus blauem Himmel und dem Sonnenlicht gemischte Farbtemperatur des Tageslichtes durchläuft einen Bereich von etwa 10.000 Kelvin (K) am Mittag bis 3000 K (Abendrot). Der blaue Himmel selbst hat eine Farbtemperatur von etwa 20.000 K, die Sonne nur von etwa 5.000 K. Der Mond hat eine Farbtemperatur von etwa 4.200 K.

Abbildung 3.49: Jahres- und tageszeitlicher Verlauf der mittleren, horizontalen Beleuchtungsstärke im Freien bei gleichmäßig bedecktem Himmel für Orte 51° nördlicher Breite. Die Parameter der Kurven geben die wahre Ortszeit WOZ an.