Büro im Wandel

Unsere moderne Welt befindet sich im digitalen Zeitalter. Privat hatten in Europa 2016 mehr als 85 % aller Haushalte einen Internetzugriff. In Deutschland sind 87 % der Bevölkerung im Alter über 10 Jahren online. Ein Anteil von 79 % aller Zugriffe erfolgt in Europa inzwischen mit einem Smartphone.

Betrachtet man die Unternehmen in Europa, so hatten im Jahr 2016 97 % einen Internetanschluss, 53 % aller Angestellten verfügten an ihrem Arbeitsplatz über einen internetfähigen Computer. Auch hier ist eine zunehmende mobile Nutzung des Internets zu verzeichnen.

Dieser Trend hat längst nicht mehr nur das klassische Büro im Dienstleistungsbereich erfasst, sondern ist auch in den Bereichen der Produktion, Logistik, des Verkehrs und weiteren Bereichen fest etabliert. In 69% aller Unternehmen sind Notebooks im Einsatz, häufig an wechselnden Arbeitsplätzen. In nahezu allen Anwendungen sind flexible Arbeitsplätze mit Bildschirmen als Anzeigegeräte unerlässlich. Die Folge ist, dass die klassische Büroform – das Zellenbüro – den geänderten Anforderungen oft nicht mehr gewachsen ist.

Daraus ergeben sich heute wesentliche Herausforderungen an Architekten, Bauherren, Ergonomen, Bürogestalter und Fachleute der Haustechnik – auch an die Lichttechniker, insbesondere bzgl.

  • der Ergonomie des Arbeitsplatzes,

  • der Beleuchtung des Arbeitsraumes,

  • der Gestaltung und Akzeptanz des Arbeitsraumes,

  • der Wirtschaftlichkeit und des Energieverbrauchs.

Dazu kommen neue medizinische und wissenschaftliche Erkenntnisse sowie die technischen Innovationen der jüngeren Vergangenheit. Sie ermöglichen es, Lichtqualität unter erweiterten Gesichtspunkten neu zu definieren und ökonomisch sinnvoll umzusetzen. So ist es heute z. B. möglich, mit verfügbaren Systemen aus geeigneten Steuerungskomponenten und modernen LED-Leuchten den Tagesverlauf des natürlichen Lichtes nachzubilden. Dies ist ein wichtiger Aspekt des sogenannten „Human Centric Lightng” (sie auch Kapitel ), das auch im sich wandelnden Büro zunehmend Einsatz findet.

Viele der im Folgenden beschriebenen Aspekte für den Büroraum lassen sich weitgehend, wie oben schon mit Beispielen belegt, auf mit Bildschirmen ausgestattete Arbeitsbereiche in beliebigen Arbeitsstätten übertragen.