Beleuchtung von Räumen des Gesundheitswesens

Das Gesundheitswesen befindet sich in großen Strukturveränderungen, nicht nur in Deutschland. Aus dem Krankenhaus, dem einstigen Haus der Kranken, wird zunehmend ein Gesundheitshotel mit hohem Anspruch an medizinische Versorgung, komfortable Aufenthaltsbedingungen für Patienten und gute Arbeitsbedingungen für das Personal.

Aus der einstigen Versorgungseinrichtung wird ein Dienstleistungsunternehmen, das unternehmerisch geführt werden muss. Leistungen, Qualität und Preis der Dienstleistung müssen marktwirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten folgen. Die frühere Rundumversorgung der Patienten mit langer Verweildauer in Krankenhäusern ist heute nicht mehr finanzierbar. Und diese neuen Dienstleister im Gesundheitswesen stehen zunehmend in gegenseitigem Wettbewerb um die Patienten. Patienten entscheiden sich eher für ein Haus mit hohem Ausstattungskomfort, zu dem auch Licht und Farbe gehören. Die medizinische Leistung wird meist als selbstverständlich vorausgesetzt.

Unstrittig ist, dass im Krankenhaus hart gearbeitet werden muss, um zuweilen in letzter Minute Leben zu erhalten. Vor allem aber befinden sich dort Menschen, bei denen gut gestaltete und gut beleuchtete Räume Stimmungen positiv beeinflussen, positive Gedanken fördern, mögliche Ängste abbauen, Leiden erträglicher machen und Entspannung und, soweit möglich, auch Freude hervorrufen.

Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen müssen aufgrund der Kostendämpfung wirtschaftlich denken und handeln. Fakten, die unübersehbar sind:

  • Die Zahl der Krankenhäuser und der Krankenbetten sinkt.

  • Die Verweildauer der Patienten in Akutkrankenhäusern nimmt ab.

  • Die Nachfrage (Anzahl Krankenhausfälle) steigt nachweislich, weil Krankenhäuser z. B. auch bei Bagatellfällen aufgesucht oder auch ältere Menschen – bevor sie im Seniorenheim leben – im Krankenhaus versorgt werden.

 Die Folge dieses Wandels ist der Zwang zur Steigerung der Effizienz des Krankenhausbetriebes. Dazu gehören vor allem betriebswirtschaftliche Fakten:

  • Kosten müssen gesenkt werden

  • die ärztliche und pflegerische Versorgung der Patienten muss intensiviert und rationalisiert werden

  • die Pflege muss komfortabler werden.

Beleuchtungsanlagen sollten daher hinsichtlich ihrer Gebrauchstüchtigkeit (Wartungsaufwand und Energieverbrauch) kritisch beurteilt und gegebenenfalls durch moderne Systeme ersetzt werden. Das gilt insbesondere für Beleuchtungsanlagen, die zehn und mehr Jahre alt sind. Gut und energiebewusst beleuchten ist besonders vor dem Hintergrund des Kostendrucks im Gesundheitswesen von hoher Priorität.

Beleuchtungsanlagen sollen aber auch das Angebot an den Kunden „Patient“ verbessern. Nicht nur hell, sondern auch gestalterisch wirkendes Licht ist gefragt und macht solche Häuser attraktiv.

Ein Krankenhaus ist – beleuchtungstechnisch betrachtet – eine ganze Stadt im Kleinen mit ähnlich vielfältigen Beleuchtungsaufgaben. Es verfügt über sehr unterschiedliche Raumarten, Sehaufgaben und Tätigkeiten in den Bereichen

  • Untersuchung und Behandlung

  • Pflege

  • Verwaltung

  • Soziale Dienste

  • Ver- und Entsorgung

  • Forschung und Lehre

  • Sonstiges.

Viele Beleuchtungsaufgaben sind typisch für ein Krankenhaus, mit denen sich dieses Kapitel beschäftigt, weitere Sehaufgaben entsprechen denen anderer Arbeitsstätten, wie z. B. in Büros, die unter den betreffenden Kapiteln behandelt sind.