Energieeinsparung

Abbildung 3.240: Energie-Einsparpotentiale durch Lichtmanagement. Ausschalten bei Abwesenheit und tageslichtabhängige Konstantlichtregelung ergeben kombiniert ein hohes Einsparpotential.

An die Stelle der Komfortsteigerung als häufigstem Anlass für die Entscheidung für ein Lichtmanagement ist heute längst die Energieeinsparung getreten. Die Fülle der Anwendungen, in denen hohe Einsparpotentiale liegen, führen dabei zu einem hohen Bedarf entsprechender Installationen, was seinerseits in der jüngeren Vergangenheit zu einem Entwicklungsschub und zu drastischen Kostenreduzierungen geführt hat, und damit wiederum die Verbreitung von Lichtmanagementsystemen weiter beschleunigt.

Wie oben im Beispiel der Sporthalle erwähnt, kann in einigen Anwendungen durch Einstellen des Niveaus der künstlichen Beleuchtung auf den zur Zeit erforderlichen Wert anstelle eines permanenten 100%-Betriebes bereits Energie eingespart werden. Während dies früher häufig in Stufen durch eine Serienschaltung mehrerer Leuchtmittel oder Leuchten realisiert wurde, erweist sich heute das gleichmäßige Dimmen aller Leuchtmittel, insbesondere das Dimmen von LED-Leuchten, als die rationellere und wirtschaftlichere Lösung (siehe Kapitel , „Dimmung durch Betriebsstromregulierung und Pulsweitenmodulation”). Jedes beliebige Beleuchtungsniveau kann eingestellt und aufgerufen werden, ohne die weiteren Lichttechnischen Gütemerkmale, wie z. B. die Gleichmäßigkeit oder die Blendung negativ zu beeinflussen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass das Dimmen beim Nutzer im Allgemeinen eine höhere Akzeptanz genießt. Stufenschaltungen werden häufig als irritierend empfunden. Dimmvorgänge finden unbemerkt statt und beeinträchtigen den Sehkomfort nicht.

Zusätzlich ist nun prinzipiell nur noch ein Sensor zur Erfassung der momentanen Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz erforderlich, um auch Fremdlicht, dass am Ort der Sehaufgabe zur Verfügung steht, zu berücksichtigen und durch eine Konstantlichtregelung den Energieverbrauch der Beleuchtungsanlage weiter zu senken. An vielen Arbeitsplätzen steht Tageslicht in hohem Maße zur Verfügung, so dass große Einsparpotentiale genutzt werden können (siehe auch Kapitel , „Tageslichtnutzung”).

Bei der Messung der Leistungsaufnahme im Dimmbetrieb ist ggf. zu berücksichtigen, dass sich hier ein  reduzierter Leistungsfaktor (siehe Kapitel ) einstellen kann. Ein weiteres Einsparpotential, das durch  Erfassung mittels Sensorik nutzbar gemacht werden kann, ist die Abwesenheit von Personen (siehe unten, Abschnitt ). In vielen Anwendungen kann in den Abwesenheitszeiten das Licht ausgeschaltet oder drastisch gedimmt betrieben werden. Zum Energie sparenden Abschalten bei Abwesenheit gehört jedoch immer eine verlässliche Erfassung der Anwesenheit, damit keine Risiken bzgl. der Arbeitssicherheit entstehen. Bei sachgerechter Auswahl und Anordnung der Sensoren sind diese beiden Aspekte mit heutigen Mitteln sehr gut zu vereinen.

Welche Sensortechniken zur Verfügung stehen und welche Randbedingungen bei der Konzeption der  Anwesenheitserfassung und der tageslichtabhängigen Regelung zu beachten sind, wird in den nachfolgenden, technischen Absätzen dieses Kapitels behandelt.

Hinweise zu den Energie-Einsparpotentialen von Anwesenheitserfassung und tageslichtabhängiger Regelung (siehe Abbildung) befinden sich im Kapitel „Licht und Umwelt” im Abschnitt , „Deutsche Norm DIN V 18599”.