Zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2014 wurde die Goethe-Universität stufenweise zu einer der modernsten europäischen Universitäten ausgebaut. Dem ambitionierten Projekt ging ein städtebaulicher Realisierungswettbewerb voraus, den das Frankfurter Architekturbüro Ferdinand Heide 2003 für sich entschied.

Das 12,5 Hektar große Areal "Campus Westend" erstreckt sich zwischen dem denkmalgeschützten IG-Farben-Haus im Süden und der Miquelallee im Norden. Ein grüner Lebensraum des Lernens soll hier entstehen. Trotz seiner Größe ist die Schaffung eines einheitlichen Charakters für den Campus das erklärte Ziel. Die Gestaltung der Gebäude – einzelne Fakultäten und Hörsäle, eine Mensa sowie verschiedene Wohneinrichtungen – orientiert sich an der des IG-Farben-Hauses, das mit seiner Fassade aus Cannstatter Travertin zugleich Wärme und Monumentalität ausstrahlt.

Das Konzept für die Gestaltung der Freiflächen entwickelte das Berliner Büro Topos. Es folgt dem Vorbild der großzügigen Freiflächen südlich des IG-Farben-Hauses. Analog zum vorhandenen Areal wird auch die neue Anlage von großen Wiesen mit akzentuierten Baumgruppen und von Stauden in den Randbereichen dominiert. Breite Terrassen mit Natursteinmauern sowie Grünstreifen gliedern die Topografie. Um den offenen Charakter zu erhalten und die Orientierung durch Blickbezüge zu erleichtern, wurde der schützenswerte Baumbestand im Gelände des Campus behutsam ergänzt.

Die Beleuchtung der Wege führt zunächst Bewährtes fort: Der vorhandene Mastleuchtentyp aus der Gartenanlage südlich des IG-Farben-Hauses wurde als lineares Element auch für die neu angelegten Hauptwege verwendet – eine Maßnahme zur Stärkung des einheitlichen Erscheinungsbildes. Die Wasserkaskaden des 60 Meter langen Wasserbeckens, entlang des zentralen Campusplatzes, werden nachts von Lichtlinien in Szene gesetzt.

Während die gegenüberliegende Platzkante durch hohe Lichtstelen eingefasst wird. Zusammen mit den linearen Lichtbändern, die sich zwischen den Längsseiten des

Platzes erstrecken, sorgen sie für eine optimale, vielschichtige Ausleuchtung des Campusplatzes. Abgerundet wird die kontrastreiche Platzbeleuchtung durch einzelne Akzente: Die Kronen der großen Bäume werden etwa durch Bodenstrahler angeleuchtet, und die Sitzelemente durch eine integrierte Beleuchtung betont. Großflächig durchdacht und zugleich detailverliebt umgesetzt – so leuchtet TRLIUX weitläufige Areale reizvoll aus.

  • 30 Seminar- und Konferenzräume
  • Audimax mit 1.200 Sitzplätzen
  • 12 neue Hörsäle
  • Kapazitäten für 20-1.200 Personen
  • alle Räume mit Tageslicht
  • Großes Casino für Abend- und Galaveranstaltungen
  • Festsaal und Eisenhower-Rotunde
  • Historischer Sitzungssaal: „Eisenhower-Raum“
  • Promotion- und Ausstellungsflächen
  • Terrassen und traumhafte Außenanlagen
  • Parkplätze für PKW/Busse
  • Moderne Veranstaltungstechnik

Projektinformationen

  • Architekt
    Architekturbüro Ferdinand Heide, Frankfurt am Main
  • Freiraumplanung
    Topos Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung, Berlin
  • Bauherr
    Land Hessen
  • Lichtkonzept
    Topos Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung, Berlin in Zusammenarbeit mit TRILUX
  • Umsetzungszeitraum
    2010 - 2011