Wirtschaftlichkeit von Beleuchtung

Kosten und Nutzen gemeinsam betrachten

Wirtschaftliche Betrachtungen spielen bei der Projektierung von Beleuchtungsanlagen eine entscheidende Rolle. Dabei zeigt sich, dass es oft nachhaltige Lösungen sind, die einen hohen Nutzen zu möglichst geringen Gesamtkosten ermöglichen. Die effiziente Nutzung von Energie und Ressourcen sind nicht allein ein ökologisches, sondern auch ein ökonomisches Thema. Aber auch die Qualität des Lichts ist ein ökonomischer Faktor.

Lichtqualität und Kosten ins Verhältnis setzen

Ein höheres Beleuchtungsniveau und verbesserte Lichtqualität bewirken in der Regel zwar höhere Kosten, jedoch können steigende Produktivität und geringere Unfallhäufigkeit, insbesondere von Bagatellunfällen, diese oft mehr als aufwiegen. Mindestanforderungen an die Beleuchtung, die nicht unterschritten werden dürfen, stellt der Arbeitsschutz. Empfehlungen, z. B. in der europäischen Beleuchtungsnorm EN 12464-1, gehen mit dem Hinweis auf eine verbesserte Leistungsfähigkeit, oft darüber hinaus.

Wie viel Licht wird benötigt?

In Normen der Beleuchtung, wie der europäischen EN 12464-1, wird eine Zuordnung der qualitativen und quantitativen Anforderungen an die Beleuchtung zu bestimmten Tätigkeiten aufgestellt. Diese berücksichtigen immer auch wirtschaftliche Gesichtspunkte. So war z. B. für Arbeiten an Drehbänken, Pressen und Stanzen im Jahr 1935 nur eine Beleuchtungsstärke von 75 lx genormt, die mit Glühlampen erzeugt werden mussten. 1972 konnte dank der mehr als fünffachen Lichtausbeute der Leuchtstofflampen der Wert auf 200 lx angehoben werden.

Seit der ersten Ausgabe der EN 12464-1 im Jahr 2003 werden für diese Sehaufgaben 500 lx empfohlen, die heute mit modernen Lichtsystemen erzeugt werden können. Seit der Überarbeitung der europäischen Norm von 2011 wird darüber hinaus z. B. in vielen industriellen Arbeitsstätten eine bessere Farbwiedergabe gefordert als zuvor, die mit dem Aufkommen effizienter LED-Lichtquellen mit vertretbarem Aufwand möglich wurde.

Wirtschaftlichkeit im Vergleich

Wirtschaftlichkeitsvergleiche von Anlagen allein aufgrund ihrer Kosten sind sinnvoll, wenn die betrachteten Lösungen in wesentlichen Qualitätsmerkmalen gleichwertig sind. Dazu gehören insbesondere:

  • Produktqualität,
  • Lebensdauer,
  • Gebrauchstüchtigkeit,
  • gesicherte Ersatzteilversorgung,
  • Wartungsvorteile der Leuchten und
  • die Erfüllung der lichttechnischen Kriterien der Beleuchtung.

Das Ziel von Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen ist, die Kosten beziehungsweise den finanziellen Nutzen alternativer Lösungen miteinander zu vergleichen.

Ein finanzieller Nutzen entsteht in diesem Sinne, wenn zusätzlich eingesetztes Kapital einschließlich der anfallenden Kapitalkosten, beispielsweise Zinsen, innerhalb der veranschlagten Nutzungsdauer durch erzielte Einsparungen und gegebenenfalls Zusatznutzen kompensiert werden kann – die Investition sich also amortisiert.

Mehr dazu im Artikel “Ersatzteilgarantie”

Ab dem Zeitpunkt der Amortisation erwirtschaftet die wirtschaftlichere Beleuchtungsanlage einen Gewinn. Die Höhe dieses Gewinns kann als „Total Profit of Ownership“ (TPO) bezeichnet werden.

Mehr erfahren: Amortisation, ROI und TPO

Beleuchtungsqualität als wirtschaftlicher Faktor

Die positiven Wirkungen einer verbesserten Beleuchtung in Bezug auf gesteigerte Motivation, erhöhte Produktivität, verringerte Erkrankungsrate usw. können hingegen nicht exakt quantitativ erfasst werden. Im Einzelfall können sie jedoch geschätzt und vergleichend herangezogen werden, um das Qualitätsniveau der zu planenden Beleuchtungslösungen zu definieren. In diesem Sinne können sie als ein erweiterter finanzieller Nutzen betrachtet werden.

In der Praxis

Potenziale bereits in der Planung nutzen

Große Potenziale liegen häufig bereits in der Fachplanung. Der gezielte Einsatz von Leuchten mit geeigneten und optimierten Spezifikationen kann dazu beitragen,

  • die Beleuchtungsqualität zu steigern,
  • Energie- und Wartungskosten zu reduzieren und
  • leistungsfähige Beleuchtungslösungen wirtschaftlich umzusetzen.

Wirtschaftliche Beleuchtung entsteht damit nicht allein durch möglichst geringe Investitionskosten. Entscheidend ist das Verhältnis aus Qualität, Energie- und Ressourcenverbrauch, Betriebskosten und Nutzen über die vorgesehene Nutzungsdauer.

Mehr Information im Artikel:

Energieeffiziente Beleuchtung

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