Da Straßenleuchten im Außenraum betrieben werden, hat ihr Licht direkte Auswirkungen auf Flora und Fauna – und das sowohl in naturbelassenen Räumen als auch in der Stadt.

Fragt man, wie ökologisch und insektenfreundlich Beleuchtung (LED Aussenbeleuchtung) ist, muss man also auch ihre Wirkungen auf Natur- und Artenschutz analysieren. Als oberste Maxime bei allen Neuanlagen und Modernisierungen gilt: „So viel Licht wie nötig, so wenig Licht wie möglich!“. LED Leuchten sind im Vergleich zu anderen Lichttechnologien am besten geeignet, diese Vorgabe zu erfüllen, denn LED Licht lässt sich mit Reflektoren und Linsen besonders gut lenken, es kann einfach bedarfsgerecht geschaltet und gedimmt werden und LED Leuchten gibt es mit insektenfreundlichen Lichtspektren.

Insektenfreundliche Beleuchtung - Welche Risiken sind bekannt?

Lichtschneisen

Beleuchtete Straßen und Wege können für Tiere Barrieren darstellen. Sogenannte Lichtschneisen zerschneiden ihren Lebensraum, was ihren Aktionsradius eingeschränkt und eventuell die Nahrungssuche behindert. Fragmentierte Biotope können zu kleinen, isolierten Populationen einer Art und damit Nachteilen bei der Fortpflanzung führen. Sie können aber auch Artenzusammensetzungen mit ungünstigen Räuber-Beute-Beziehungen beherbergen. So eine Licht-Barriere kann auch für Fische bei ihrer Laichwanderung zum Problem werden. Dies gilt es unter anderem bei Brückenbeleuchtungen zu beachten.

Rhythmusverschiebung

Beleuchtung kann dazu führen, dass nachtaktive Tiere später erwachen und ihnen dadurch weniger Zeit für die Nahrungssuche bleibt. Das gilt beispielsweise für Licht vor den Fluglöchern von Fledermäusen, wurde aber auch für bestimmte Amphibienarten nachgewiesen. Zudem wurden Singvögel beobachtet, die ihre Eier im Einflussbereich von Straßenleuchten früher im Jahresverlauf ablegten. Das kann dazu führen, dass der Futterbedarf der Jungen nicht zeitgleich mit der größten Verfügbarkeit des Futters einsetzt.

Dass diese Wirkungen erheblich sein können, wird zum Beispiel beim Einsatz von Dauerlicht bzw. angesichts der Simulation unterschiedlich langer Tageslichtphasen in der Fischzucht deutlich. Erstere soll die Reifung der Geschlechtsorgane hemmen, um Wachstum und Gewichtszunahme bei Jungfischen zu fördern. Letztere wird eingesetzt, um auch außerhalb der Laichsaison Fischeier produzieren und Fische vermehren zu können.

Die Anziehungskraft des Lichts

Künstliche Lichtquellen ziehen insbesondere Insekten und Fledermäuse, aber auch Vögel an. Mit schwerwiegenden Folgen: So werden schnell fliegende Insekten beim Aufprall auf die Leuchtengehäuse verletzt oder getötet. In anderen Fällen gelangen die Tiere in das Leuchtengehäuse und sterben dort durch Hitze oder Verhungern. Wenn sich Insekten in der Nähe heller Leuchten bewegen, sind sie außerdem leichter für ihre Fressfeinde auszumachen. Indem sie desorientiert um Leuchten herumfliegen, verlieren sie zudem ihre Energievorräte. Da nicht alle Insektenarten in gleichem Maß von Licht angezogen werden, kann die Balance zwischen Populationen gestört werden.

Irreführung von Vögeln

Viele Zugvögel sind in der Nacht unterwegs. Lichtquellen können sie deutlich irritieren und vom Kurs abbringen. Als Ursache dafür wird vermutet, dass Vögel ihre Orientierungshilfe, nämlich das Erdmagnetfeld – genauer die magnetischen Feldlinien – mit Hilfe von Photorezeptoren im Auge wahrnehmen können. Diese Rezeptoren sind auf die natürlichen Lichtverhältnisse und damit auf nächtliche Dunkelheit eingestellt. Trifft dann helles Kunstlicht auf das Vogelauge, gerät dieses empfindliche System durcheinander und stört die Orientierung des Vogels.

Bei insektenfreundlicher Beleuchtung gilt
LED Leuchten sind eine gute Wahl

Überdimensionierungen sind einfach vermeidbar – Lichtmanagement

Die Maßgabe „So viel Licht wie nötig, so wenig Licht wie möglich!“ ist einer der wesentlichen Bedingungen für eine insektenfreundliche Beleuchtung und lässt sich mit LED Mastleuchten besonders gut erfüllen, denn technologiebedingt können die Hersteller die Leistungsklassen innerhalb der Leuchtenserien sehr fein abstufen. So ist für jeden projektspezifischen Bedarf ein Modell mit passendem Lichtstrom verfügbar. LED Lichtquellen lassen sich gut schalten und dimmen und sind damit bestens geeignet, das Lichtangebot dem Lichtbedarf anzupassen.

Präzise Lichtlenkung

Licht soll dorthin gelenkt werden, wo es gebraucht wird. Unnötige Lichtemissionen gilt es konsequent zu vermeiden. Dafür sorgen einerseits gut gewählte Leuchten-Standorte und andererseits die Reflektoren und Linsen – also das optische System – der Leuchte.

Zielgerichtete Lichtverteilung für den Betrieb in den ersten Betriebsstunden am Abend

Durch adaptive Beleuchtung in den späten Abendstunden wird das Licht zielgerichteter und umweltschonender gelenkt.

Eine Leuchte mit hohem indirekt Lichtanteil, die für Insekten bereits aus größerer Ferne sichtbar ist.

Bei besonderen Projektanforderungen können zusätzliche Abblendbleche oder Abblendtuben zum Einsatz kommen. Hilfreich ist es zudem, möglichst niedrige Lichtpunkthöhen, also niedrige Masten einzusetzen. Selbstverständlich müssen stets trotzdem alle Normvorgaben und Sehanforderungen erfüllt werden.

Auf Wunsch unterstützt TRILUX Anlagen-Errichter mit einer softwarebasierten Lichtplanung, die die optimalen Leuchten-Typen sowie Leuchten-Standorte für das jeweilige Projekt ermittelt.

Nachhaltige und insektenfreundliche Beleuchtung

Insektenfreundliche Leuchtenkonstruktion

Um Insekten vor dem Verbrennen zu schützen, sollte die Oberflächentemperatur der Leuchtengehäuse 60°C nicht übersteigen. Ein gut abgedichtetes Gehäuse verhindert, dass Tiere in die Leuchte eindringen und dort durch Hitze oder Verhungern sterben. Abdeckscheiben bzw. Abschlusswannen mit Prismenstruktur oder aus opalen Materialien treten als weithin sichtbare leuchtende Flächen in Erscheinung. Der NABU – Naturschutzbund Deutschland empfiehlt deshalb klare Werkstoffe für den unteren Abschluss des Leuchtengehäuses.

Warmweißes Licht zieht weniger Insekten an

Kurzwelliges Licht im blauen und im UV-Bereich ist für manche Insekten besonders verlockend. Hier können LED-Lichtquellen einen wesentlichen Vorteil ausspielen, denn sie strahlen kein UV-Licht ab. Insbesondere warmweiße LEDs (≤ 3.000 Kelvin) mit nur geringem kurzwelligem Strahlungsanteil gelten als insektenfreundlich.

Es besteht Forschungsbedarf

Eine explizite Aussage darüber, bei welchen Beleuchtungsstärken, Lichtverteilungen oder Kontrasten mit welcher Gefährdung von Tieren und Pflanzen zu rechnen ist, ist nicht möglich. Eine systematische Erforschung der Gefährdung von einzelnen Arten oder Artengruppen durch künstliches Licht ist noch nicht erfolgt. Oft sind übrigens nicht die Lichtemissionen alleine für das Verschwinden einer Art an einem bestimmten Ort verantwortlich. Vielmehr greifen viele Einflussfaktoren ineinander.

Rahmenbedingungen der insektenfreundlichen Außenbeleuchtung

Die sieben Regeln der insektenfreundlichen Außenbeleuchtung

  1. Outdoor Lichtmanagement mit mehreren Schaltstufen für die mögliche Niveauänderung (bspw. LiveLink Outdoor)
  2. Reduzierung der Raumaufhellung durch direktstrahlende Leuchten
  3. Geeignete Lichtverteilung abhängig von der Geometrie
  4. Einsatz von niedrigen Lichtpunkten in Abhängigkeit der umgebenden Gebäudehöhen
  5. Verwendung warmweißer Farbtemperaturen (z. B. 3.000 Kelvin)
  6. Leuchten mit einer Schutzart von min. IP54
  7. Eine maximale Gehäusetemperatur von 60°C