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Die Arbeitswelt hat sich verändert. Seit hybride Arbeitsmodelle und Homeoffice zum Alltag gehören, müssen Büros mehr leisten als nur Arbeitsplätze bereitzustellen. Unternehmen konkurrieren um Fachkräfte, und die Arbeitsumgebung wird zu einem zentralen Argument. Das Büro findet neuen Sinn als Treffpunkt, als Ort für Zusammenarbeit, als Schauplatz von Unternehmenskultur und Identifikation.
In diesem Zusammenhang haben sich Begriffe wie „Boutique Office“ oder „Workspitality“ etabliert. Dahinter verbirgt sich die Idee, Qualitäten aus Hotellerie, Gastronomie und Living in die Arbeitswelt zu übertragen. Ziel ist es, hochwertige und individuelle Arbeitsumgebungen zu schaffen, in denen sich Menschen gerne aufhalten. Nicht, weil sie müssen, sondern weil sie möchten. Das drückt sich auch im Immobilienmarkt aus: in Form steigender Nachfrage nach kleineren, aber hochwertigen, flexiblen und individuell gestalteten Büroflächen. Für die Beleuchtung ergeben sich daraus neue Anforderungen.
Internationale Workplace-Experten beschreiben solche innovativen Arbeitswelten gerne mit den „3 Ps of Workspitality“: People, Place & Programming.
Moderne Büros müssen unterschiedliche Bedürfnisse unterstützen. Konzentriertes Arbeiten, Teamarbeit, Videokonferenzen oder informelle Gespräche finden oft auf derselben Fläche statt. Diverse Belegschaften haben je nach Alter, Prägung oder Gesundheitszustand verschiedene Ansprüche, auch an die Beleuchtung.
Eine Lichtplanerin bringt es auf den Punkt: „Viele New-Work-Lichtkonzepte sind heute eine Mischung aus funktionalem und atmosphärischem Licht.“
Für die Beleuchtung bedeutet das:
Human Centric Lighting (HCL) heißt nichts anderes, als den Menschen und seine Natur bei der Konzeption von Beleuchtung in den Mittelpunkt zu stellen. Integrative, smarte und gut geplante HCL-Konzepte berücksichtigen visuelle, emotionale und biologische Bedürfnisse gleichermaßen.
Workspitality bedeutet auch, dass Büros stärker emotional und ästhetisch wahrgenommen werden. Empfangsbereiche, Besprechungszonen, Lounges oder Cafés orientieren sich dabei am Gestaltungsniveau von Boutique-Hotels oder hochwertigen Wohnwelten.
Dazu nochmals die Lichtplanerin: „Architektur und Licht erzeugen heute im Idealfall eine Atmosphäre zum Wohlfühlen.“
Licht wird dabei zum wichtigen Gestaltungsmittel. Neben technisch-ergonomischen Arbeitsplatzleuchten gewinnen Leuchten zur Inszenierung des Raums mit Licht, dekorative Leuchten sowie individuell gestaltete Lichtobjekte an Bedeutung.
Besonders wirkungsvoll sind Konzepte, die unterschiedliche Lichttypen kombinieren:
So entstehen Arbeitswelten mit starker Identität statt austauschbarer Büroflächen.
Der dritte Baustein der Workspitality beschäftigt sich mit der Nutzung. Moderne Büros verändern sich im Tagesverlauf: morgens konzentrierte Einzelarbeit, mittags Workshops, nachmittags Kundentermine und abends ein Get-Together.
Programming bedeutet darüber hinaus, dass Mitarbeitende mehr als nur Fläche und Infrastruktur angeboten bekommen: Zum Beispiel kuratierte Events, Erlebnisse, Sport und Weiterbildung. Angebote, die anregen, unterhalten, Teamgeist stiften, den Horizont erweitern.
Damit Beleuchtung diese Flexibilität unterstützen kann, braucht sie zonierte Planung und differenzierte Lichtkomponenten – von gleichmäßig flächig bis lebendig akzentuierend, gemanagt durch eine intelligente Infrastruktur.
Je vielseitiger die Nutzung eines Büros, desto wichtiger wird die Steuerung.
Moderne Lichtmanagementsysteme ermöglichen:
Gerade in Boutique Offices bieten drahtlose Systeme häufig besondere Vorteile. Sie lassen sich einfach erweitern und unterstützen die hohe Flexibilität solcher Flächen.
Gleichzeitig behalten die Nutzer die Kontrolle. Denn gute Lichtsteuerung automatisiert, wo sie sinnvoll ist und erlaubt manuelle Anpassungen dort, wo persönliche Präferenzen eine Rolle spielen. Solche Eingriffsmöglichkeiten sind entscheidend für die Akzeptanz.
Ein weiterer Trend vieler Boutique Offices ist das sogenannte Biophilic Design. Pflanzen, natürliche Materialien und Tageslichtbezüge sollen die Verbindung zur Natur stärken.
Für die Beleuchtung ergeben sich daraus zusätzliche Aufgaben. Pflanzenwände, Innenraumbegrünungen oder begrünte Aufenthaltszonen benötigen häufig spezielle Lichtlösungen, die sowohl gestalterische als auch biologische Anforderungen erfüllen.
Das Ergebnis sind Arbeitswelten mit höherer Aufenthaltsqualität und stärkerem Wohlfühlcharakter.
Die Anforderungen moderner Boutique Offices lassen sich nicht mit einer einzelnen Leuchte erfüllen. Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Komponenten:
Erst durch diese Kombination entsteht die Balance aus Funktionalität, Identität und Komfort, die Workspitality ausmacht und für Planende aus Licht- und Interior-Design ergibt sich ein attraktiver Trend, bei dem Qualität, Kreativität und Individualität mehr zählen als Quadratmeter und nackte Zahlen.
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