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Lichtimmissionen vermeiden

Ursachen, Auswirkungen und Lösungen

Künstliches Licht prägt das Bild unserer Städte, erhöht das Sicherheitsgefühl und bietet Orientierung. Doch dass die Nacht ihre natürliche Dunkelheit verliert, hat auch unerwünschte Folgen für Menschen, Tiere, Pflanzen und Umwelt. Deshalb rücken Lichtimmissionen zunehmend in den Fokus derjenigen, die Beleuchtung planen, einsetzen oder verantworten. Ziel ist es, durch eine durchdachte und angepasste Lichtplanung Lösungen zu entwickeln, die funktional und zielgerichtet sind, um Lichtverschmutzung zu minimieren.

Was sind Lichtimmissionen? Definition und Abgrenzung

Unter Lichtimmissionen (auch: Lichtverschmutzung oder Lichtsmog) versteht man die unerwünschten Auswirkungen von künstlicher, menschengemachter Beleuchtung auf Menschen, Tiere, Pflanzen und die Umwelt. Anders als bei der Lichtemission, die lediglich das von einer Quelle ausgestrahlte Licht bezeichnet, bezieht sich die Immission auf die tatsächliche negative Lichtwirkung auf die Umgebung. Relevant wird sie besonders dann, wenn Beleuchtung außerhalb des eigentlich angedachten Nutzungsbereichs wirkt, als störend empfunden wird oder natürliche Abläufe beeinträchtigt.

Auswirkungen von künstlicher, menschengemachter Beleuchtung

Besonders in der Nacht nehmen Lichtimmissionen deutlich zu, wenn überschüssiges Licht ohne funktionalen Nutzen in Bereiche abstrahlt, die eigentlich dunkel bleiben sollen. Sie entstehen meist durch falsch geplante, unzureichend abgeschirmte oder zu helle Beleuchtungsanlagen.

Zu den typischen Beispielen für die störende Aufhellung durch künstliche Beleuchtung gehören: 

  • Beleuchtung, die ohne Nutzen nach oben abstrahlt, den Nachthimmel aufhellt und so die natürliche Dunkelheit verdrängt (Skyglow),
  • breit gestreutes Licht, das angrenzende Grundstücke, Wohn- oder Naturräume unbeabsichtigt beleuchtet,
  • unnötig hohe Lichtstärken, die zu Blendung und Belästigung führen.

Mögliche Folgen von Lichtüberschuss und fehlender Dunkelheit

Licht ist ein zentraler biologischer Taktgeber, an dem sich nahezu alle lebenden Organismen bewusst oder unbewusst orientieren. Der natürliche Tag-Nacht-Rhythmus (auch: zirkadianer Rhythmus) steuert Schlaf, Aktivitätsphasen, Stoffwechsel und Hormonhaushalt. 

Lichtimmissionen werden häufig als Komfort- oder Gestaltungsproblem wahrgenommen. Unter bestimmten Bedingungen können sie zusätzlich als relevanter Umweltfaktor dazu beitragen, dass Menschen, Tiere und Pflanzen gesundheitlich, ökologisch oder gesellschaftlich beeinträchtigt werden:

Auswirkungen auf Menschen

  • Schlafstörungen durch Beeinträchtigung des Tag-Nacht-Rhythmus,
  • … und daraus resultierende Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck,
  • Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit und Konzentration,
  • Erhöhte Stressbelastung und reduzierte Erholungsfähigkeit,
  • Minderung von Wohn- und Lebensqualitäten.

Auswirkungen auf Tiere

  • Desorientierung, insbesondere bei nachtaktiven Tieren, Vögeln und Insekten,
  • Störung von Orientierung bei der Fortpflanzung und Nahrungssuche,
  • Insektensterben durch Anziehung von künstlichen Lichtquellen (führt zu Erschöpfung durch permanentes Umkreisen und erhöhte Auffälligkeit als Beute für Fressfeinde).

Auswirkungen auf Pflanzen

  • Beeinträchtigungen des natürlichen Wachstums- und Ruhezyklus,
  • Veränderung von Blühzeiten und Vegetationsphasen,
  • Störung von Photosynthese- und Regenerationsprozessen,
  • Langfristige Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht.

Gesetzliche Regelungen, Richtlinien und Normen

In Deutschland ist der Umgang mit Lichtimmissionen durch ein Zusammenspiel aus Bundesgesetzen, technischen Richtlinien und spezifischen Industrienormen geregelt.

Nach § 3 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BimSchG) zählen Lichtimmissionen neben Geräuschen, Erschütterungen und Luftverunreinigungen zu den schädlichsten Umwelteinwirkungen. Im Mittelpunkt des Gesetzes steht, Belastungen durch künstliches Licht zu vermeiden oder auf ein notwendiges Maß zu begrenzen. Dabei greift das Vorsorgeprinzip: Schon bei der Planung sollen mögliche negative Auswirkungen mitgedacht werden. Davon betroffen sind vor allem Betreiber von Anlagen, Kommunen, Unternehmen und Planungsverantwortliche.

Diese Hinweise zur Messung, Beurteilung und Minderung von (Licht-)Immissionen konkretisieren die Anforderungen des BImSchG und dienen bundesweit als anerkannte fachliche Bewertungsgrundlage. Sie legen konkrete Richtwerte zur Beurteilung von Raumaufhellung und psychologischer Blendung (störend, aber nicht die Sehleistung beeinträchtigend) fest und berücksichtigen dabei die jeweilige Gebietsart sowie Tages- und Nachtzeit und die Dauer der Nutzung. Behörden nutzen die Beurteilungskriterien häufig als maßgebliches Regelwerk.

Neben den gesetzlichen Regelungen und den LAI-Hinweisen gibt es eine Reihe von technischen Normen, die bei der Planung Installationen von Außenbeleuchtung eine Rolle spielen. Sie geben konkrete, praxisnahe Empfehlungen, wie die Lichtverschmutzung minimiert werden kann. Relevante Normen in der Lichtplanung sind unter anderem:

  • DIN EN 12464-2 für die Beleuchtung von Arbeitsstätten im Freien
  • DIN EN 13201-(1-5) für die Straßenbeleuchtung
  • DIN EN 12193 für Sportstättenbeleuchtung

Messung und Beurteilung von Lichtimmissionen

Als schädliche Umwelteinwirkung gilt Licht, wenn es unter Berücksichtigung von Gebietsart, Nutzungszeit und -dauer als erhebliche Belastung für einen durchschnittlich empfindlichen Menschen wahrgenommen wird. Grundlage für die rechtssichere Bewertung sind die LAI-Hinweise, die in der Praxis im Rahmen von Immissionsgutachten angewendet werden. Diese werden üblicherweise von Lichtplanern, spezialisierten Ingenieurbüros oder Umweltgutachtern erstellt. Häufige Gründe für die Beauftragung sind Nachbarschaftsstreitigkeiten, Genehmigungsverfahren oder Beschwerden bei Umwelt- oder Bauämtern.

Messbare Werte des Gutachtens sind:

Das Maß an auftreffendem Licht auf einer Fläche (z. B. an Fenstern oder auf Balkonen) ist wichtig bei der Beurteilung von Störungen im Wohnraum.

Diese beschreibt die Helligkeit einer leuchtenden Fläche und ist häufig relevant bei stark leuchtenden Werbeanlagen oder LED-Wänden.

Hierbei zählt die subjektiv störende Empfindung (psychologische Blendung), die durch Lichtquellen ausgelöst wird.

Besonders blauhaltiges Licht (kaltweiß) wirkt grell und störend. Die Überprüfung ist daher wichtig bei der LED-Beleuchtung und bei Naturschutzfragen.

Hinzu kommen unterschiedliche Faktoren, die Bewertungskriterien der Umstände und Wirkungen und damit auch die Messwerte genauer bestimmen:

  • Dauer der Beleuchtung (ganze Nacht oder nur in der Abenddämmerung),
  • Richtungswirkung (direktes Anstrahlen z. B. von Fenstern),
  • bewegtes oder blinkendes Licht,
  • plötzliche Helligkeitsänderungen,
  • Ort der Immissionseinwirkung (z. B. Unterscheidung in Naturschutzgebieten, Wohngegenden oder Industriegebieten).

Lösungen zur Vermeidung

Straßen- und Außenbeleuchtung vermittelt besonders in dicht besiedelten Gebieten ein Gefühl von Sicherheit, ist zugleich aber die häufigste Ursache für Lichtimmissionen. Eine professionelle, strategische Lichtplanung bringt daher beide Bedürfnisse zusammen: eine funktionelle Beleuchtung, die nur dorthin ausstrahlt, wo sie gebraucht wird. 

Im besten Fall werden entsprechende Maßnahmen von vornherein bei der Planung berücksichtigt. Aber auch nachträglich lassen sich bestehende Anlagen mit einfachen Mitteln wirksam optimieren. Dazu zählen beispielsweise:

  • Abschirmungen zur Vermeidung von Streulicht,
  • energieeffiziente Beleuchtungslösungen,
  • LEDs mit geringer Leuchtdichte,
  • bedarfsgerechte Aktivierung (z. B. smart, zeitlich oder per Bewegung),
  • gezielte, punktuelle Ausrichtung der Lichtquellen,
  • Wahl von dimmbaren Lichtquellen (z. B. mit Tunable White Leuchten).

Lichtimmissionen

Jetzt handeln und klug beleuchten

Eine intelligente Lichtplanung leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Menschen, Tieren und Umwelt. Aber auch den umsetzenden Instanzen kommt sie zugute, denn: Mit entsprechenden Leuchtmitteln senken Sie den Energieverbrauch und somit auch laufende Betriebskosten. Eine Anpassung Ihrer Beleuchtung ist demnach auch aus wirtschaftlicher Sicht ein sinnvoller Schritt. 

Moderne, emissionsarme Leuchten und Beleuchtungssysteme denken das Problem der Lichtimmissionen bereits mit. Sie ermöglichen Ihnen, Licht gezielt dort einzusetzen, wo es tatsächlich benötigt wird. So investieren Sie in effiziente Technik und nachhaltige Lösungen, die Komfort, Akzeptanz in der Nachbarschaft und langfristige Planungssicherheit erhöhen. 

TRILUX unterstützt Sie dabei mit intelligenten Lösungen wie dem Lichtmanagement für den Außenbereich (LiveLink Outdoor) und einem breiten Portfolio an emissionsarmen Außenleuchten, darunter Leuchten wie Lumega IQ N, Jovie IQ, ConStela, Publisca und Lumantix.

Redaktion
Ann-Christin Blum
Online-Marketing
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Outdoor
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