Nicht-visuelle Bedürfnisse

Über die visuellen Bedürfnisse hinaus bestehen nichtvisuelle Bedürfnisse, die das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen in hohem Maße beeinflussen. Darunter sind Aspekte zu verstehen, die zwar sichtbar - also visuell erkennbar - sein können, jedoch zur Erfüllung der Sehaufgabe und der weiteren visuellen Bedürfnisse nur bedingt beitragen.

Zu den relevanten Faktoren gehören vornehmlich:

  • die spektrale Zusammensetzung des Lichtes,

  • die melanopische Wirksamkeit des Lichtes,

  • die tageszeitliche Variation des Lichtes (der Beleuchtungsstärke, der spektralen Zusammensetzung und der melanopischen Wirksamkeit) .

Die hier genannten Kriterien und ihre Wirkungen sind detailliert im Kapitel „Human Centric Lighting” beschrieben. Sie beeinflussen unter anderem die „innere Uhr” des Menschen und geben ihm damit eine zusätzliche Möglichkeit der Orientierung - diesmal nicht eine räumliche sondern eine zeitliche.

Insbesondere sei hier schon darauf hingewiesen, dass die Verfügbarkeit entsprechender Lichtquellen und Steuerungskomponenten eine Voraussetzung zur Erfüllung der aufgezeigten Bedürfnisse sind. Eine weitere Voraussetzung ist die wissenschaftliche Bestimmung und planerisch nachvollziehbare Formulierung der Bedürfnisse selbst.

Letztere ist mit dem erscheinen der Normen DIN SPEC 5031-100:2015-08 „Strahlungsphysik im optischen Bereich und Lichttechnik - Teil 100: Über das Auge vermittelte, nichtvisuelle Wirkung des Lichts auf den Menschen - Größen, Formelzeichen und Wirkungsspektren“ und DIN SPEC 67600:2013-04 „Biologisch wirksame Beleuchtung - Planungsempfehlungen“ stark vorangeschritten. Die Entwicklung moderner LED-Leuchten und innovativer Lichtmanagementsysteme, einschließlich erweiterter Sensorik und geeigneter Schnittstellen, rückt die Umsetzung des Konzeptes des Human Centric Lighting in den Bereich des technisch Machbaren und wirtschaftlich Vertretbaren. Insofern ist der Weg offen, Human Centric Lighting zum „allgemein anerkannten Stand der Technik” der Beleuchtung (siehe auch Kapitel   „Europäische Norm EN 12464-1”) zu erheben und in der Zukunft auch in den Richtlinien des Arbeitsschutzes zu berücksichtigen.