Was in Japan bereits seit Jahren erfolgreich praktiziert wird, setzte die Landeswohngenossenschaft mit dem Neubau des Alten- und Pflegeheims nun auch im oberösterreichischen Timelkam um. Die integrierte Kindergartengruppe mit angeschlossener Mütterberatungsstelle im Erdgeschoss schafft das gewünschte Miteinander zwischen den Generationen und bietet somit statt Isolation Raum für Kommunikation.

Als das in die Jahre gekommene Gebäude in Timelkam nicht mehr den aktuellen Vorgaben der Alten- und Pflegeheimverordnung entsprach, nutzte die Gemeinnützige Landeswohnungsgenossenschaft für Oberösterreich (LAWOG) die Gelegenheit für ein neues Konzept. Bereits in dem im Jahr 2010 ausgelobten Wettbewerb für den Neubau stand die Begegnung von Jung und Alt im Fokus: Räume für die Kinderbetreuung waren Teil der Planungsaufgabe.

Die Architektengemeinschaft F2 sowie Steinkellner & Partner legten zudem den Kinderspielplatz mitten in die Parkanlage für die Heimbewohner. Hiervon verspricht sich Heimleiter Josef Festner nicht nur einmalige Kontakte, sondern hofft auf folgende „zahlreiche Besuche der Kindergartenkinder bei den Senioren, denn Kinder sind sehr wichtig für alte Menschen“.

Bereits Ende November 2011 begannen die Arbeiten am 9,5 Millionen Euro teuren Neubau. Im ersten Bauabschnitt wurde das neue Heim mit 80 Bewohnerplätzen, davon 3 für Kurzzeitpflege, errichtet. Hier setzten die Planer die Wünsche der Senioren nach Helligkeit, Einzelzimmern und Kommunikationszentren auf den Stockwerken um.

Fensterflächen bringen viel Tageslicht in die Räume, zusätzliche große Oberlichter lassen die Sonne bis in die Flure scheinen. Unter schiedliche freundliche Farben in den Erschließungszonen der einzelnen Stockwerke erleichtern den Bewohnern die Orientierung, Sitzgelegenheiten in den Hauptfluren schaffen Orte der Begegnung.

Anfang November 2013 konnten die Senioren ihr neues Domizil beziehen; nach dem Abriss ihres ehemaligen Heims folgte mit dem Bau der Kinderbetreuungseinrichtungen sowie integrierter Mütterberatungsstelle die zweite Baustufe. Im September 2014 fanden schließlich auch die kleinen Nutzer ihren Platz im Sockelgeschoss, in dem sich auch die Verwaltung, der Wirtschaftstrakt, die Kapelle sowie Gemeinschaftsbereiche befinden.

Hier können spontane Kontakte zwischen Groß und Klein entstehen, da Kinder unkompliziert und offen auf Menschen zugehen. Ziel ist ein Miteinander der Generationen – und möglicherweise treffen sich Kinder und Senioren bald täglich, wie in den Tokioer Heimen, zum gemeinsamen Singen, Spielen oder Basteln.

Projektinformationen

  1. Standort:
    Timelkam, AT
  2. Bauherr:
    LAWOG, Linz, AT
  3. Architekten:
    F2 Architekten, Schwanenstadt, AT
    Steinkellner & Partner, Wien, AT
  4. Lichtplaner:
    FHK Ingenieurbüro GmbH, Ansfelden, AT