Manuelle Parametrierung und Monitoring

Die DALI-Schnittstelle stellt eine große Anzahl unterschiedlicher Befehle und Parameter bereit, die im  Wesentlichen in folgender Weise in Erscheinung treten:

  • Sehr einfache Steuergeräte (Plug and Play) greifen in der Regel nur auf direkte Dimmbefehle (Dimmwerte) im Broadcast-Betrieb zu. Es findet keine Initialisierung statt.

  • Leistungsfähigere Steuergeräte ermöglichen die Adressierung von Betriebsgeräten. Sie nutzen einen größeren Befehlsumfang. Auch Voreinstellungen durch DALI-Parameter werden genutzt. Die Voreinstellungen erfolgen in der Regel automatisch bei der Initialisierung des Systems und sind für den vorgesehenen Anwendungsfall optimiert.

  • Universelle, frei programmierbare Steuergeräte ermöglichen dem Nutzer große Freiheiten bei der Umsetzung komplexer und individueller Steuerungsaufgaben. Der volle Befehls- und Parameterumfang der DALI-Schnittstelle steht dem Nutzer zur Verfügung. Die Einrichtung sinnvoller Voreinstellungen und bedarfsgerechter Funktionen liegen in der Kompetenz des Experten.

Abbildung 3.238: DALI-Monitoring: Die Wiederholungsrate ist entscheidend dafür, wie sich ein Betriebsgerät nach einer
Netzunterbrechung (z. B. Schalten per Netzschalter) verhält, sofern das Steuergerät mit Netzspannung versorgt bleibt.
Hinweis: In Beleuchtungsanlagen mit wiederkehrender Netzunterbrechung für die Testfunktion der Notbeleuchtung
sollte ein wiederkehrendes DALI-Signal eingerichtet werden, um die Notleuchten nicht im Power-On-Level verharren zu
lassen.

(a) „Quasi”-permanentes DALI-Signal.
Senden eines direkten Dimmbefehls: 7/s.
Werden Betriebsgeräte per Versorgungsspannung (230 V) aus- und wieder eingeschaltet, so erhalten sie sofort ein DALI-Signal und starten im am Steuergerät eingestellten Dimmniveau.

(b) Wiederkehrendes DALI-Signal.
Senden eines direkten Dimmbefehls: 1/5s.
Werden Betriebsgeräte per Versorgungsspannung (230 V) aus- und wieder eingeschaltet, so starten sie im am Betriebsgerät eingestellten Power-On-Level und nehmen beim Empfang des nächsten DALI-Signals (nach spätestens 5 Sekunden) das am Steuergerät eingestellte Dimmniveau an.

Dennoch gibt es einige Situationen, in denen eine manuelle Parametrierung auch für Nicht-Experten eine sinnvolle Option darstellt. Dazu benötigt wird ein DALI-Programmiergerät mit integrierter oder externer DALI-Stromquelle. Nach dem Entfernen eines ggf. vorhandenen DALI-Steuergerätes aus der Installation kann das DALI-Programmiergerät angeschlossen und in Betrieb genommen werden.

Ein gelegentlich auch außerhalb einer DALI-Steuerung nützlicher DALI-Parameter ist der System Failure Level. Mit ihm kann das Dimmniveau festgelegt werden, auf das sich das Betriebsgerät einstellt, wenn keine  DALI-Spannung anliegt. Insbesondere kann dieser Parameter gesetzt werden, wenn eine Leuchte permanent ein festgelegtes Dimmniveau unterhalb des 100%-Betriebs einnehmen soll. In diesem Fall kann das gewünschte Niveau einmal manuell eingestellt und als System Failure Level im Betriebsgerät hinterlegt werden, so dass ein Steuergerät für den weiteren Betrieb nicht erforderlich ist. Unter Umständen sollte der Power on Level auf den identischen Wert eingestellt werden, da einige Betriebsgeräte das angeschlossene Leuchtmittel bei Netzspannungszufuhr zunächst auf diesem Dimmniveau starten, bevor der Zustand der Schnittstelle ausgewertet wird.

Ein wichtiger Parameter ist in vielen Anwendungen auch die Wiederholrate des Sendens des zuletzt eingestellten Dimmwertes. Manche DALI-Steuergeräte senden DALI-Befehle nur einmal. Danach wird bis zur nächsten Änderung des Dimmwertes kein DALI-Signal mehr versandt. Wird in diesem Zeitraum ein Betriebsgerät vom DALI-System getrennt, z. B. im Rahmen einer automatischen Prüfung der Notlichtfunktion, und dann wieder zugeschaltet, so verharrt es im Power on Level bis zur nächsten Änderung des allgemeinen Dimmniveaus.

Ein weiterer von vielen Anwendern gerne genutzter Parameter ist die Fading Time. Die Fading Time sollte, sofern nicht bei der Initialisierung des Systems vorgegeben, sorgsam festgelegt werden. Insbesondere bei DALIAnwendungen, für die auch ein manuelles Dimmen vorgesehen ist, sollte dringend darauf geachtet werden, dass die mit der Fading Time nicht zu lang gwählt wird. Es kann sonst passieren, dass der Dimmvorgang der manuellen Bedienung nachläuft, wie z. B. in den folgenden Fällen:

  • Dimmen per Taster: Die Geschwindigkeit der Änderung der Dimmwerte durch den Tastendruck sollte nicht schneller sein, als die tatsächliche Dimmung auf Grund der Fading Time ausgeführt wird.  Ansonsten läuft der Dimm-Vorgang nach, wenn der Taster bereits losgelassen worden ist. Ein exaktes Einstellen eines gewünschten Dimm-Niveaus ist somit schwierig und unkomfortabel.

  • DALI-„Potentiometer“: Es sollte keine Fading-Time eingestellt werden, da mit beliebiger Geschwindigkeit gedreht werden kann.

Ebenfalls häufig genutzte Parameter sind das Minimum Level und das Maximum Level. Mit ihnen kann der Dimmbereich der Leuchte eingegrenzt werden. Es ist jedoch zu beachten, dass viele Steuergeräte auch diese Parameter bei der Initialisierung überschreiben oder ggf. in der Anwendung mit einem allgemeinen Reset auf die Werkseinstellung zurücksetzen. Insofern sollte grundsätzlich darauf verzichtet werden, sicherheitsrelevante Voreinstellungen (Schutz vor Überlastung, Beleuchtungsniveau einer Rettungswegbeleuchtung etc.) mit Hilfe von DALI-Parametern einzustellen, sofern eine Kollision mit Funktionen eines (derzeit oder in der Zukunft) angeschlossenen Steuergerätes nicht ausgeschlossen werden können.

Neben der manuellen Parametrierung bieten die DALI-Programmiergeräte in der Regel auch eine Monitorfunktion an, bei der das Gerät passiv (ohne DALI-Stromquelle) mit einem in Funktion befindlichen DALI-System verbunden wird, um den Datenverkehr auf der DALI-Leitung zu analysieren. Auf diese Weise können z. B. Details der unter Verwendung der DALI-Befehle und Parameter realisierten Umsetzung der Funktionen bestimmt werden, die im Anwendungsfall relevant, jedoch der System-Dokumentation nicht zu entnehmen sind.

So kann z. B. die Wiederholrate des Sendens direkter Dimmbefehle von Interesse sein, wenn Teile der Beleuchtungsanlage während des permanenten Betriebes des Steuergerätes durch Trennung von der Netzspannung geschaltet werden sollen (siehe Abbildung).