Leuchtdichteverteilung

Neben der Erzeugung von Beleuchtungsstärke zur Erfüllung der Sehaufgabe ist die Erzeugung von Leuchtdichten eine wichtige Wirkung der Leuchte im Raum. Diese kann heute mit den marktüblichen Planungsprogrammen in guter Qualität berechnet und dargestellt werden (siehe Kapitel, „Lichttechnische Planungs-Software DIALux und Relux”). Ein wichtiger Aspekt dabei ist die unter verschiedenen Blickwinkeln sichtbare Oberflächenleuchtdichte der Leuchte selbst. Insbesondere bei direkt strahlenden Leuchten bestimmt diese sowohl die zu fördernde melanopische Wirksamkeit als auch die zu vermeidende Blendwirkung der Beleuchtung.

Für die Beurteilung der Direktblendung, z.B. nach EN 12464-1, und der Reflexblendung, z.B. nach DIN 5035-7, ist die mittlere Leuchtdichte der Lichtaustrittsfläche die wichtigste Größe. Obgleich bei optischen Systemen, z.B. Spiegelrasterleuchten, die Leuchtdichte auf der unter verschiedenen Blickrichtungen gesehenen Lichtaustrittsfläche der Leuchte örtlich stark schwanken kann, ist hinsichtlich der Wirkung der Blendung die mittlere Leuchtdichte als Bewertungsgröße festgelegt. Die Leuchtdichte L(γ) wird aus der Lichtstärke I(γ) der Leuchte unter der betreffenden Ausstrahlungsrichtung g und der dazu senkrechten, projizierten, leuchtenden Fläche A(γ) bestimmt. Eine Direktmessung der mittleren Leuchtdichte der Leuchte ist mit bildgebenden und mit entsprechendem Aufwand auch mit optischen Leuchtdichtemessgeräten möglich.

Abbildung 3.160: Definition der mittleren Leuchtdichte L(γ) = I(γ) / A(γ)

Die Verteilung der mittleren Leuchtdichte der Leuchten wird für die Beurteilung von Reflexblendung an Bildschirmen gemäß EN 12464-1 in den Ebenen C0 bis C360 in Schritten von 15°, also rundum, benötigt, und zwar gemäß EN 13032-1 für den Ausstrahlungsbereich von g = 55°, 65°, 75° und 85° zur Senkrechten (s. a. Kapitel „Büro”, Abschnitt „Leuchtdichtegrenzwerte“).

Das in EN 12464-1 genormte vereinheitlichte Blendungsbewertungsverfahren UGR benötigt keine Angaben über die Leuchtdichteverteilung, weil die UGR-Blendziffer u.a. aus der Lichtstärke und der Größe des Raumwinkels, der von der leuchtenden Fläche der Leuchte eingenommen wird, rechnerisch bestimmt wird.

Die Mechanismen der melanopischen Wirkung des Lichtes sind derzeit das Objekt zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen (siehe auch Kapitel „Melanopische Wirksamkeit des Lichtes”). Ein Verfahren zu ihrer quantitativen Bewertung ist daher bisher nicht abschließend definiert. Klar ist jedoch, dass Größe, Lage und Leuchtdichte aller im Gesichtsfeld befindlicher Flächen - also die Leuchtdichteverteilung im Gesichtsfeld -, und spektrale Zusammensetzung des Lichtes entscheidend sind.