A-Bewertung

Abbildung 3.225: Phon-Skala und A-Bewertung des Schalldrucks

Bei gegebenem Schalldruck ist das menschliche Empfinden der Lautstärke in hohem Maße abhängig von der Frequenz des Geräusches. So werden tiefe Töne leiser wahrgenommen als solche mittlerer Frequenzen. Insbesondere bei geringem Schalldruck werden sie als besonders leise empfunden. Mit ansteigendem Schalldruck werden die tiefen Töne hingegen als relativ lauter empfunden. Die Kurven in Abbildung zeigen, welcher Schalldruck erforderlich ist, um auf jeweils unterschiedlichem Niveau einen Höreindruck gleicher Lautstärke unterschiedlicher Frequenzen hervorzurufen. Sie sind das Ergebnis einer empirischen Untersuchung und bilden die Grundlage der früheren empfindungsgemäßen Schallbewertung nach der Phon-Skala. Der in Phon angegebene Zahlenwert bezeichnet dabei den zur empfundenen Lautstärke erforderlichen Schalldruck in dB bei einer Referenzfrequenz von 1.000 Hz. Da bei dieser Referenzfrequenz der Schalldruck der Hörschwelle im Vergleich zur Referenzfrequenz der dB-Skala (Hörschwelle bei 2.000 Hz) bereits um 3 dB erhöht ist, ist die erste Isophon-Linie (Linie des Verhältnisses von Schalldruck und Frequenz bei konstant empfundener Lautstärke) bei 3 dB  eingetragen.

Messtechnisch können bei der dem Empfinden entsprechenden Gewichtung des Schalldruckpegels  Bewertungsfilter eingesetzt werden, die der Charakteristik der Isophon-Linien entsprechen. Die A-Bewertung (A-Filter) stellt z. B. die Gewichtung der Frequenzen dar, die bei einer empfundenen Lautstärke von 40 Phon zu berücksichtigen ist. Die C-Bewertung (C-Filter) berücksichtigt hingegen die Frequenzabhängigkeit des Hörempfindens bei 90 Phon (siehe Abbildung b).

Da ein dynamischer Bewertungsfilter jedoch technisch problematisch ist, wird bei akustischen Messungen heute die Messung des Schalldrucks mit der A-Bewertung als international genormtes Verfahren angewendet (Einheit dB(A)-). Schallpegel-Messgeräte sollten mit entsprechenden Filtern ausgerüstet sein und können diesbezüglich klassifiziert werden, ebenso wie die anzuwendenden Messverfahren (EN 61672-1, Elektroakustik – Schallpegelmesser, entsprechend IEC 61672-1, s. a. EN ISO 3741 „Ermittlung der Schallleistungspegel von Geräuschquellen, Hallraumverfahren der Genauigkeitsklasse 1“).

Für hohe Schalldruckwerte, wie z. B. bei der Bewertung von Lärmbelästigung, wird in der Praxis darüber hinaus häufig die C-Bewertung eingesetzt. Dies ermöglicht dann eine bessere Berücksichtigung der hier auftretenden erhöhten Empfindlichkeit bzgl. tiefer Frequenzen. (Einheit dB(C)-).